Feuerwehr absovliert Rescue-Training

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Am Donnerstag, den 16.07.2009 fand im voll besetztem Unterrichtsraum im Gerätehaus Weißenhorn ein Vortrag von Andre Weiss statt, der ein Spezialist auf dem Gebiet der Rettung aus verunfallten Kraftfahrzeugen und Kenner moderner Fahrzeuge ist.
 
Die Feuerwehren werden bei Verkehrsunfällen immer mehr vor die Probleme gestellt, die verunglückten Personen schnell und schonend zu befreien. Oft bereiten dabei Sicherheitseinrichtungen, die zum Schutz der Insassen gedacht sind, bei der Befreiung unvorhergesehene Probleme. Härtere Materialien, gehärtete Stahlkarossen und Rohre in Holmen lassen die Rettung aus Fahrzeugen oft zum Kampf gegen die Zeit werden. Verstärkte Strukturen, hochfeste Stahl-Aluminiumverbindungen bringen das Schneidewerkzeug der Feuerwehr schnell an die Grenzen.
 
In seinem Vortrag ging Weiss auf die Problematik von Airbags, hochfesten Bauteilen und neuartigen Antriebskonzepten ein und stellte verschiedene Lösungsansätze für die Feuerwehr vor. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass kein Fahrzeug mehr dem anderen gleicht und jeder Verkehrsunfall die Feuerwehren vor neue Herausforderungen stellt.
 
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Die anwesenden aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn zeigten sich begeistert von der professionellen Aufbereitung dieses wichtigen Themas durch den Referenten Andre Weiss. Ihm gebührt unser herzlichster Dank für seine fast dreistündige Präsentation, die durch viele Beispielbilder und Videos kurzweilig vorgetragen wurde. Ein weiterer Dank gilt unserem Kommandanten Wilhelm Schneider, der diesen wichtigen Fachvortrag nach Weißenhorn geholt hat.
 
 
 
Praxis-Ausbildung zur technischen Unfallrettung an Fahrzeugen der neuesten Generation
 
Am Samstag, den 19.07.2009 hatten dann 18 Aktive der Freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn zusammen mit ihren Kommandanten Wilhelm Schneider und Johann Baier die Möglichkeit, ein Praxistraining beim „Rescue-Training-Center“ in Stuttgart zu besuchen.
 
Die Anfahrt wurde dahingehend verzögert, dass sich Sekunden bevor wir in Vöhringen auf die BAB 7 auffuhren, im dortigen Bereich ein Motorrad-Unfall ereignete, der unser Eingreifen erforderte. Ein Motorrad, das mit zwei Personen besetzt war, geriet beim Auffahren auf die Autobahn aus ungeklärter Ursache zu weit nach links und prallte dort gegen die Mittelleitplanke. Wir übernahmen die Absicherung der Unfallstelle, verständigten über die Leitstelle der Feuerwehr Neu-Ulm den Rettungsdienst, leisteten Erste Hilfe und nahmen auslaufende Betriebsstoffe aus dem verunglückten Motorrad auf. Nach ca. 40 Minuten konnten wir die Einsatzstelle der Polizei übergeben und unsere Anreise zum Rescue-Training fortsetzen.
 
Auf dem Trainingsgelände wurde unter Anleitung von Ausbilder Andre Weiss eine moderne Limousine fachgerecht mit unseren eigenen Gerätschaften geöffnet und bearbeitet. Hierbei sind die Probleme offensichtlich geworden, die bei aktuellen PKWs auftreten können. Mannschaft und Gerät sind bis aufs äußerste gefordert, wenn Personen nach Verkehrsunfällen eingeklemmt sind.
 
Den Teilnehmern wurde alles Können abverlangt, um die gestellten Aufgaben zeitnah und erfolgreich abzuarbeiten, am Schluss hielten jedoch alle mitgereisten Feuerwehrmänner das Zertifikat, das eine erfolgreiche Teilnahme bescheinigt, in der Hand.
 
Es war eine einmalige Gelegenheit nicht nur an alten Schrottfahrzeugen zu üben, sondern sich einmal mit der aktuellen Fahrzeugtechnologie auseinander zu setzen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass nur praxisnahe Ausbildung im Ernstfall hilft, Menschenleben schnell und effizient zu retten.
 

Den Nachmittag nutzten wir noch zu einer rund zweistündigen Führung durch die Feuer- und Rettungswache 5 der Berufsfeuerwehr Stuttgart, die uns Andre Weiss vermittelt hat. Danach ging es dann mit neuen Erfahrungen und bleibenden Eindrücken zurück nach Hause.

Teilnehmer Rescue-Training
Teilnehmer des Rescue-Trainings.